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Überbegriff für die okinawanischen Kampfkünste der äußeren Stile, welche sich vom chinesischen Quanfa ableiten.Shorin-ryu, übersetzt als "Junge Waldschule", repräsentiert die okinawanische Aussprache für Shaolin. Die Ursprünge dieser Kampfkunst liegen in Shuri, wo sie im 19. Jahrhundert maßgeblich durch den nördlich-chinesischen Shaolin-Quanfa und den südlich-chinesischen Baihequan (Weiße-Kranich-Faust) beeinflusst wurde. Okinawa beherbergte zahlreiche Meister des südlichen Kranichstils, die ihre Kenntnisse basierend auf dem Bubishi und drei Kranich-Kata (Happoren, Hakufa und Neipai) weitergaben und somit alle Stile auf der Insel beeinflussten.
Die Entwicklung des Shorin-ryu begann im frühen 19. Jahrhundert, insbesondere in den Städten Shuri und Tomari. Aufgrund der Meiji-Restauration geriet alles aus China stammende in Verruf, was dazu führte, dass Chibana Choshin das Schriftzeichen für "Sho" (Shaolin) durch ein Schriftzeichen gleicher Leseart "Sho" ersetzte, welche "Klein" oder "Jung" bedeutet. Mit dem Schriftzeichen "Rin", welches auch "Wald" bedeutet, wurde auch Shorin "Shaolin", Shorin "Kleiner Wald".
Der erste okinawanische Meister, der die Charakteristiken des Shorin-ryu prägte, war Sakugawa Kanga aus Shuri, der seinen Stil "Shuri-te" nannte. Vor ihm hatten bereits Tomari (Tomari-te) chinesische Einflüsse in der Kampfkunst erfahren. Die Verbindung zwischen den beiden Städten wurde durch Sakugawa verstärkt, wodurch ein reger Austausch von Kata entstand. Die Initiative zur Schaffung des Shorin-ryu ging jedoch von Shuri aus, insbesondere von Meister Matsumura Sokon. Matsumura Sokon und Matsumora Kosaku aus Tomari gelten heute als die Initiatoren der beiden Stile (Shuri-te und Tomari-te).
Diese beiden Schulen bildeten den Ausgangspunkt für das sich entwickelnde Hauptsystem Shorin-ryu. Die Meister der nächsten Generation gründeten verschiedene Stile wie Kobayashi-ryu, Matsubayashi-ryu und Shobayashi-ryu, diese Stile waren in den grundlegenden Konzepten identisch und unterschieden sich untereinander durch die Auswahl ihrer Kata, welche sie dem Hauptsystem (Shörin ryu) entnahmen.