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Von der chinesischen Hand zur leeren Hand - Viele denken, dass Karate eine Jahrhunderte alte Kampfkunst ist - Weit gefehlt!
Das Karate mit seinem heutigen Namen gibt es erst seit 1936. Die Wurzeln des modernen Karate liegen in Okinawa, eine japanische Insel im Ryukyu-Archipel. Okinawa war in der Vergangenheit ein wichtiger Handelspartner von China. Es fand dort nicht nur ein reger Handelsaustausch zwischen der chinesischen Provinz Fukien (Fujian) statt, sondern auch Wissen, Philosophien und Ideologien wurden ausgetauscht.
So kam auch die chinesische Kampfkunst nach Okinawa und wurde dort im okinawanischen Dialekt „Tode“ genannt, was übersetzt so viel bedeutet wie „Chinesische Hand“. Das chinesische Schriftzeichen für chinesisch hingegen wird in der japanischen Sprache „Kara“ ausgesprochen. So war bis 1936 Karate der Begriff für „chinesische Hand“ auf japanisch.
Als Funakoshi Gichin sein Karate in Japan der Öffentlichkeit vorstellen wollte, musste er die Erlaubnis des Dainippon Butokukai einholen. Da zu jener Zeit alles Chinesische in Japan verpönt war, konnte er die Erlaubnis nur erhalten, durch die Änderung der chinesischen Namen in japanische Namen. Da im japanischen die Aussprache „Kara“ auch „leer“ bedeutet, änderte er das Schriftzeichen von „chinesisch“ zu „leer“ – Karate wurde weiterhin „Karate“ ausgesprochen, doch von der Bedeutung nun „leere Hand“. Ebenso änderte er die Namen der Katas – Die traditionellen chinesischen Namen verschwanden und er gab ihnen Japanische.
Die offizielle Änderung von „chinesische Hand“ in „leere Hand“ fand jedoch am 25.10.1936 in Okinawa statt, als sich einige der wichtigsten und angesehensten Meister dieser Zeit trafen, um die gemeinsame Zukunft des Karate zu beschließen. Sie einigten sich – wahrscheinlich mehr oder weniger widerwillig - auf die einheitliche Schreibweise „leere Hand“ – Seitdem wird der 25.10. in Japan „Karate no Hi“ (Tag des Karate) genannt und auch feierlich zelebriert.