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Das Ensō (Der äussere Kreis) ist ein Symbol aus der japanischen Kalligraphie, welches in enger Verbindung mit dem Zen-Buddhismus steht.
Im Zen-Buddhismus gilt der Ensō Kreis als Symbol für Ästhetik, Erleuchtung, Stärke und Eleganz, aber auch für das Universum, die Unendlichkeit und die Leere. Alles was geschieht ist miteinander verbunden und einem Kreislauf unterworfen. Die Einfachheit des Symbols strahlt Ruhe, Harmonie und positive Energie aus.

In der Philosophie des Zen-Buddhismus stellt das Malen des Ensō einen Moment dar, in dem das Bewusstsein frei ist und Körper und Geist nicht in ihrem Schaffensprozess eingeschränkt werden (siehe auch Zanshin). Das Ensō zeigt den Zustand des Geistes im Augenblick des Erschaffens. Viele Zen-Buddhisten glauben, dass sich der Charakter des Künstlers vollständig darin zeigt, wie er das Ensō zeichnet. Demnach soll nur eine Person, die mental und spirituell vollkommen ist, dazu in der Lage sein, ein wahres Ensō zu zeichnen.

Innerliche Sammlung und "seelisches" Gleichgewicht sind Kennzeichen des buddhistischen Übungsweges. Aber auch in der Philosophie Athur Schopenhauers sind die Sammlung, das ruhige, konzentrierte Betrachten, die Erkenntnis aus der "Anschauung" von zentraler Bedeutung. Für Schopenhauer hatte das Symbol des Kreises noch einen anderen sehr tiefen Sinn: Durchgängig und überall ist das echte Symbol der Natur der Kreis, weil er das Schema der Wiederkehr ist: Diese ist in der Tat die allgemeinste Form der Natur, welche sie in Allem durchführt, vom Laufe der Gestirne an, bis zum Tod und der Entstehung organischer Wesen, und wodurch allein in dem rastlosen Strom der Zeit und ihres Inhalts doch ein bestehendes Dasein möglich wird.
So stammt auch die Vorstellung vom Kreislauf der Wiedergeburten und der Weltzeitalter aus einer Zeit, als die Menschen noch in engstem Kontakt mit der Natur standen und dabei ihr Wissen aus Quellen schöpfen konnten, die für uns heute fast völlig verschüttet sind. An alles das soll uns Ensō erinnern!



Die Sakura (jap. Kirschblüte) ist eines der wichtigsten Symbole der japanischen Kultur. Sie steht für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit. Man sagt, sie seien wie Wolken, da sie alle auf einmal blühen und über den Bäumen hängen, als ob sie sie in Nebel hüllen würden. Dann - so wie Wolken - verschwinden sie plötzlich. Dadurch sind sie zu einem Symbol für die Flüchtigkeit oder Vergänglichkeit des Lebens geworden. Darin spiegelt sich ein langjähriges buddhistisches Konzept in der japanischen Kultur wider, das als "mono no aware", grob übersetzt "das Pathos der Dinge", bekannt ist und sowohl die Schönheit als auch die Sterblichkeit anerkennt, die dem Leben innewohnen.

Im Sakura no Mori-Park am Berg Yaedake in der Kleinstadt Motobu im Norden der Hauptinsel von Okinawa gibt es die frühesten Kirschblüten des Landes zu bewundern. Entlang der vier Kilometer langen Bergstrasse, die hoch zum Gipfel auf 450 Metern über dem Meer führt, gibt es gleich 7000 Kirschbäume zu bewundern. Gefeiert wird dieses Ereignis in Motobu mit dem alljährlich stattfindenden Yaedake Sakura Matsuri, das am 22. Januar beginnt und bis zum 6. Februar andauert.

Sakura soll uns daran erinnern, dass das modene Karate, wie wir es zu Beginn unseres Wegs kennen lernen, zwar seinen Ursprung auf Okinawa hat, aber erst durch die Japaner seinen Weg in die gesamte Welt gefunden hat, ohne die wir wahrscheinlich niemals dieses Wissen erlangt hätten.



Die Bätter der Sakura sind in den Farben der fünf Wandlungsphasen dargestellt. In der Mitte eines jeden Blattes befindet sich das Kanji (Schriftzeichen) der entsprechenden Wandlungsphase, auch Element genannt. Die chinesischen Zeichen für die fünf Elemente setzen sich zusammen aus dem Zahlwort "wu" (fünf) und "xing", was gehen, laufen, bewegen, reisen bedeutet. Die fünf Wandlungsphasen sind somit nicht statisch, sondern stets in Bewegung.

Sie repräsentieren technisch gesehen fünf Arten von Qi, die die Dinge der Welt untermauern, während sie ihre verschiedenen Transformationen durchlaufen. Nach der Lehre von den fünf Wandlungsphasen ergeben sich symbolische Bedeutungen der einzelnen Elemente zu beispielsweise Farben, Jahreszeiten, Geschmacksrichtungen, Gemütszuständen, etc.

Mit Hilfe der fünf Wandlungsphasen erklärt die klassische chinesische Philosophie so eine Vielzahl an natürlichen und gesellschaftlichen Phänomenen: vom Wechsel der Jahreszeiten über kosmologisch-planetarische Zusammenhänge bis hin zur Abfolge der politischen Systeme der chinesischen Kaiserreiche. Auch die Harmonie- und Designlehre des Feng Shui leitet sich aus den Wandlungsphasen der fünf Elemente ab.

Das Herstellen von Bezügen zum menschlichen Körper eröffnet darüber hinaus eine Reihe von Anwendungsfeldern der fünf Wandlungsphasen innerhalb der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), beispielsweise die Ernährungslehre nach den fünf Elementen, die Techniken der Tuina und die Meridian-Lehre im Allgemeinen. Auch in der chinesischen Bewegungslehre des Qigong und der inneren Kampfkünste sind die fünf Wandlungsphasen ein zentraler Bestandteil. Beispiele sind im Qigong das Qigong der fünf Elemente bzw. der fünf Tiere. Daneben existieren spezielle Organübungen (Organ-Qigong) und Atemtechniken, die auf den fünf Elementen beruhen (Atemblume)

Die fünf Wandlungsphasen sind im Kyusho Jitsu ebenfalls zentraler Bestandteil.



Den Stempel der Sakura bildet das Yin und Yang. Das Prinzip von Yin und Yang ist, dass alles als untrennbare und widersprüchliche Gegensätze existiert, zum Beispiel weiblich-männlich, Dunkelheit-Licht und alt-jung. Das Prinzip, das schon vor dem 3. Jahrhundert v. Chr. entstanden ist, ist ein grundlegendes Konzept in der chinesischen Philosophie und Kultur im Allgemeinen. Die beiden Gegensätze von Yin und Yang ziehen einander an und ergänzen sich, und wie ihr Symbol zeigt, hat jede Seite in ihrem Kern ein Element der anderen (dargestellt durch die kleinen Punkte). Keiner der Pole ist dem anderen überlegen, und da eine Erhöhung des einen eine entsprechende Abnahme des anderen bringt, muss ein korrektes Gleichgewicht zwischen den beiden Polen erreicht werden, um Harmonie zu erreichen.

In Japan wurde die chinesische Naturphilosophie schliesslich sowohl in den japanischen Buddhismus als auch in den Shintō integriert. Darüber hinaus etablierte sich der "Weg von Yin und Yang" (Onmyōdō) als eine Disziplin der Wahrsagerei und Heilkunst, die aber kein eigenes religiöses System (d.h. keine eigenen Heilslehren, Gottheiten und Tempel) entwickelte.

Die Yin Yang Lehre geht von der Vorstellung eines ursprünglichen Chaos aus, in dem alle Materie in undifferenziertem Zustand vermischt ist. Diese Urmaterie wird auch als qi (jap. ki) oder als taiji bezeichnet. Von der Vorstellung einer amorphen, dampfartigen Urmaterie ist es zu Yin und Yang nicht weit: Das qi spaltet sich auf in das lichte, leichte qi, welches nach oben steigt - das Yang, und das Yin, das dunkle, schwere qi, welches nach unten sinkt. Auf diese Weise bilden sich der Himmel und die Erde, sowie in der Folge alle anderen dualen Gegensätze, angefangen von männlich und weiblich, Sonne und Mond, Leben und Tod, usw. Abstrakt ausgedrückt steht Yang stets für das Aktive, Yin hingegen für das Rezeptive. Die Yin und Yang Philosophie betont, dass weder Yin noch Yang gesondert existieren können und stets dazu tendieren von einem zum anderen überzugehen. Stabile Zustände werden durch eine möglichst harmonische wechselseitige Ergänzung von Yin und Yang erreicht. Ein solcher Ausgleich führt in gewisser Weise wieder zur ursprünglichen Form der Materie, dem Taiji, zurück

Ebenso wie die fünf Wandlungsphasen ist das Prinzip von Yin und Yang ein zentraler Bestandteil im Kyusho Jitsu.